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Stand 03.04.2022

Neuropsychologische Diagnostik und Therapie bei Post-COVID-Patienten

Im Winter 2020/2021 erfasste das Coronavirus Mitteldeutschland noch vor der flächendeckenden Verfügbarkeit von Impfstoffen stark. Seit Sommer 2021 mehren sich die Nachfragen von Patienten die unter neuropsychologischen Beschwerden nach COVID-19-Infektion leiden, wie schnelle Erschöpfbarkeit sowie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen.

Im Juli 2021 veröffentlichten die führenden medizinischen Fachgesellschaften eine klinisch-praktische Leitlinie (AWMF Nr. 020/027) für die Behandlung von Post-COVID-Syndromen, welche mehr als 12 Wochen nach der Infektion das Leben der Betroffenen und verschiedene Organsysteme beeinträchtigen. Die wissenschaftlichen Kenntnisse und die Erfahrungen in der Behandlung von Patienten mit ähnlichen Beschwerden nach entzündlichen Hirnerkrankungen bestimmen seitdem mein praktisches Arbeiten. In der Leitlinie wird vor allem die notwendige differenzierte Abklärung möglicher internistischer und neurologischer Ursachen oder vorbestehender psychischer Erkrankungen für Beschwerden wie schnelle geistige Erschöpfbarkeit hervorgehoben.

Diagnostik und ggf. Therapie bei länger als 12 Wochen nach der Infektion persistierenden neuropsychologischen Beschwerden sind nach Kapazität in meiner Praxis nur möglich, wenn:

  • eine vorbestehende Hirnerkrankung verschlimmert wurde;
    oder
  • seltene Komplikationen der COVID-19-Erkrankung wie Schlaganfälle oder Sauerstoffmangelzustände bei der Beatmung (ICD-10 G93.1 anoxische Hirnschädigung) vom Neurologen vorher befundet wurden;
    oder
  • eine Erkrankung des Gehirns als Ursache für ein Müdigkeitssyndrom (ICD-10 G93.3) vom niedergelassenen Neurologen oder einer Klinik vorher befundet wurden;
    oder
  • die COVID-19-Infektion als Berufskrankheit, beispielsweise bei Erziehern oder Pflegekräften, anerkannt wurde.

Neben individueller Einzeltherapie biete ich eine Post-COVID-Gruppe (PCG) und folgenden Themen an: Einordnung und Kommunikation der Symptome, Belastungsmanagement, Leistungsvarianz im Tagesverlauf, Schlafhygiene, Interaktion von körperlichen Beschwerden und Anspannung, die Verarbeitung des Leistungswandels und ggf. gescheiterter früherer Versuche der beruflichen Reintegration. Es finden mit maximal 4 Patienten zunächst 4 Einheiten zu 100 Minuten und Pausen statt.